Schultheater schreibt Büchners „Woyzeck“ neu

Theateraufführung Woyzeck VorschauMit einer neuen Version des Stoffs von Georg Büchners unvollendetem Drama „Woyzeck“ überraschte der Kurs „Literatur und Theater“ am zweitletzten Wochenende des Schuljahrs sein Publikum im Foyer der Schule: Unter der Leitung ihrer Lehrerin Waltraut Goller-Bertram schrieben die Schüler das Theaterstück zu einem Kriminalstück mit dem Titel „Messerscharf“ um und aktualisierten den Stoff. Überraschend waren auch die Dramaturgie und das Bühnenbild, das Kunstlehrerin Sabine Hauler entwarf. Auf drei verschiedenen Podesten, gekennzeichnet durch verschiedene Vorhangfarben, spielten die Schülerinnen und Schüler mit minimalem Requisiten-Einsatz die gegenwärtige Handlung bzw. Rückblicke auf das frühere Geschehen.

Die insgesamt 17 Einzelszenen wurden durch sieben Musikstücke des LESSIG-Ensembles unter Leitung von Jürgen Katusic ergänzt. Für den effektvollen Einsatz von Licht und Ton zeichnete Axel Böll verantwortlich. Durchgehende, szenenverbindende Elemente des Theaterstücks waren die Kommissarin und ihr Assistent Tom, denen man bei der Arbeit zusehen konnte, sowie der Chor, der das Geschehen immer wieder kommentierte und dem Publikum die Interpretation des Gesehenen erleichterte. Die Szenenanordnung von Büchners Dramenfragment ist relativ variabel. Die Schüler machten sich dies zunutze, indem sie den Mordversuch Woyzecks an seiner untreu gewordenen Lebensgefährtin Marie, Mutter eines gemeinsamen Kindes, an den Anfang ihres Stückes setzten. Mit Hilfe der Befragungen mehrerer Verdächtigen und Zeugen durch die Kommissarin und ihren Assistenten wurde die Chronologie der Handlung von hinten aufgerollt. Krimimäßig wurden der Messerverkäufer und der Messerhersteller vernommen. Da sich mit der Zeit herausstellte, dass der Messerfabrikant ein zunächst verheimlichtes Verhältnis mit Marie hatte, geriet er in Mordverdacht, weil er plötzlich ein Tötungsmotiv zu haben schien. Dieser Trick brachte Spannung in die Schuldfrage, denn von Anbeginn wurde den Zuschauern klar, dass Woyzeck geistig verwirrt war und Marie zwar aus Eifersucht, aber auch in einem Zustand der Unzurechnungsfähigkeit umbringen wollte.   Die immer wieder aufblitzenden Originalzitate aus Büchners „Woyzeck“ waren funktional eingesetzt, tauchten aber zuweilen in anderen Zusammenhängen auf als im Originalstück. Die Figuren Margret und Tanja, Bekannte Maries, trugen ebenfalls zum Verständnis der Zuschauer bei, indem sie z.B. Woyzeck indirekt charakterisierten und seine Tat werten halfen, indem sie gegensätzliche Meinungen über ihn wiedergaben. Für die eine war er ein gefährlicher Mensch, weil er Marie lebensgefährlich verletzt hatte, für die andere ein Opfer der Gesellschaft: „Es hat ihn krank gemacht, dass jeder ihn ausgenutzt hat, der Chef, der Arzt mit pharmazeutischen Experimenten und Marie mit ihrem Verhältnis zu dem Angeber“.

Die Zuschauer erlebten einen unterhaltsamen Abend, der für Kenner der Originalfassung von „Woyzeck“ einen interessanten Vergleich zu der von den Schülern verfassten Version bot. Auch die Aktualisierungen, die vorgenommen wurden, lieferten gute Denkanregungen, die in der Pause bei Getränken und Häppchen, von der Juniorenfirma der Schule zum Büffet aufgebaut, diskutiert werden konnten. Mit wie viel Spaß sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch ihre Theaterlehrerin Goller-Bertram bei der Sache sind, wurde nach dem Ende des Stücks bewusst, als sich die Lehrerinnen bei den Schauspielern , der Souffleuse Vanessa Bitz, dem Techniker Alex Böll, der Bühnenbildnerin Sabine Hauler und der Schulleitung bedankten, aber auch ihrerseits von den Schülern geehrt wurden.

 

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