Exkursionen und Studienfahrten

Schüler besuchen Asylantenwohnheim in Laiz

Durch den Artikel „Im Kreis leben rund 350 Asylbewerber“ der Schwäbischen Zeitung am Mittwoch, den 26. Februar 2014 sind wir, 17 Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Erhard-Schule, auf das „Gelbe Haus“ in Laiz aufmerksam geworden. Passend zu unserem Thema „Gotteserfahrungen des Alten Testament“, das wir gerade im katholischen Religionsunterricht der 12. Klasse bei Frau Thor behandeln, haben wir beschlossen uns näher damit zu beschäftigen, wie man solche Erfahrungen auf unsere heutige Zeit übertragen und verstehen kann.

Wenn man sich das Alte Testament genauer anschaut, begegnet einem oft das lateinische Wort „Exodus“, welches so viel bedeutet wie „Auszug“. Nicht nur damals, vor fast 3000 Jahren, sondern auch heute, ist dies ein aktuelles Thema. Für viele Menschen, die wegen politischer oder religiöser Verfolgung ihr Land verlassen, wird „Exodus“ zur lebensrettenden Perspektive und leider oft zur traurigen Wirklichkeit. Für die intensive Bearbeitung unseres neu geschaffenen Projektes haben wir uns vorab schon genau mit der Asylsituation im Landkreis Sigmaringen beschäftigt. Dazu gehörte auch ein Interview mit unserem stellvertretenden Schulleiter Werner Kirschbaum, der zugleich Ortsvorsteher von Laiz ist und sich Zeit nahm, ausführlich auf unsere Fragen diesbezüglich zu antworten. Er persönlich konnte nur von positiven Erfahrungen mit den Bewohnern des „Gelben Hauses“ in Laiz berichten, da sie aufgeschlossen und sehr dankbar für alle Unterstützungen seien. Um uns selbst ein genaues Bild von der vorherrschenden Situation zu machen, planten wir schließlich eine Exkursion am Dienstag, den 25.3.2014 in die Einrichtung für Asylbewerber in Laiz.

Die Mitarbeiterin des Landratsamtes Frau Speker nahm uns an diesem Tag herzlich in Empfang und gab uns einen Einblick in das Alltagsleben der Asylbewerber. Dabei fiel uns insbesondere die große Wichtigkeit ihrer Tätigkeit und Arbeit auf, da sie beim Rundgang ein gern gesehenes Gesicht für die Bewohner war. Überraschenderweise kannte sie sich genau mit der persönlichen Situation der einzelnen Personen aus, welche sie auch namentlich alle ohne Probleme ansprach. Interessant war auch, dass die Menschen, die uns begegneten, sogar uns Fremden gegenüber aufgeschlossen waren und uns manche sogar in ihre spärlichen Zimmer einluden, um zu sehen, wie sie wohnen. Familien in einer 3-Zimmer-Wohnung auf engstem Raum sind unvorstellbar für „gewöhnliche“ Bewohner in unserer ländlichen Umgebung, mit nur einem Badezimmer. Das ist die erschreckende Tatsache im Wohnheim. Dass uns diese Menschen aber trotzdem mit dieser Herzlichkeit und Fröhlichkeit entgegenkamen, erstaunte uns sehr.

In einer anschließenden Gesprächsrunde im Gemeinschaftsraum mit Frau Grau und vielen Bewohnern, die sich beim Rundgang bereiterklärten, von ihren persönlichen Schicksalsgeschichten zu erzählen, durften wir die Fragen stellen, die sich für uns innerhalb des Projektes ergeben hatten. Frau Grau, die das Gespräch leitete, ist Mitarbeiterin der Caritas und speziell zuständig für das „Gelbe Haus“. Als Ansprechpartnerin, Vermittlerin und Beraterin steht sie gerne auch über ihre Arbeitszeiten hinaus den Asylbewerbern zur Verfügung. Es ist bewundernswert, mit welcher Überzeugung sie sich tagtäglich aufs Neue mit den verschiedensten Problemen fremder Menschen beschäftigt. Bei ihrer Arbeit mit den Menschen aus den vielen Nationen wird sie unter anderem auch von ehrenamtlichen Helfern wie Dolmetschern oder einfachen Bürgern , die über Sprachkenntnisse verfügen und versuchen, den Bewohnern durch Sprachkurse so das Leben in Deutschland zu erleichtern, unterstützt.

Besonders ging uns die Flüchtlingsgeschichte eines jungen Mannes aus Kamerun unter die Haut, welcher vor kurzer Zeit nach Deutschland kam. Er hinterließ unter anderem seine Freundin, die er aus religiösen Gründen nicht heiraten durfte, weswegen er von seiner eigenen Familie verfolgt und bedroht wurde. Zum Schutz seiner wahren Liebe und schließlich zu seiner eigenen Sicherheit nahm er den risikoreichen weiten Weg durch Afrika und Europa auf sich, um nicht zwangsverheiratet zu werden. Glücklicherweise, trotz der großen Entfernung, kann er den Kontakt zu seiner Freundin halten und sucht nun gemeinsam mit Frau Grau eine Lösung, mit seiner Freundin in Frieden glücklich zu werden.

Am Ende lässt sich sagen, dass wir tief beeindruckt waren, welche Risiken und Verluste Menschen auf unserer Welt in Kauf nehmen, um ein besseres Leben zu haben. "Exodus" ist in dem Sinne für die meisten ein Fremdwort, jedoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass nicht alle von uns das Glück haben, sich sicher in ihrer Heimat zu fühlen. Sie machen sich auf, um ein Zuhause zu finden – dankbar für jede noch so kleine Hilfe. Wir haben gelernt: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind." (Francis Bacon)

von Silke Frick, Martina Linseis und Verena Grawunder Klasse 12 A, Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen

 

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