Lernende Maschinen PDF Drucken E-Mail

Als wissenschaftliches Highlight fand an der Ludwig-Erhard-Schule, Kaufmännische Schule Sigmaringen, ein Vortrag von Prof. Dr. Martin Riedmiller von der Universität Freiburg zum Thema "Lernende Maschinen"  statt. 

Wie im Herbst der vergangenen Jahre gelang es der Schule wiederum, einen hochkarätigen Wissenschaftler zu einem Vortrag vor ihren Wirtschaftsgymnasiasten einzuladen. Prof. Dr. Riedmiller stellte den Schülern sein Forschungsgebiet, das ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz darstellt, anschaulich vor, indem er den jungen Leuten z.B. Videoaufnahmen von fußballspielenden Robotern zeigte, die durch sein Team entwickelt wurden.

riedmiller

Mit diesen lernenden Maschinen, die so programmiert werden können, dass sie in der Lage sind, durch Versuch und Irrtum Lernfortschritte zu erzielen, gewann das Forscherteam um Prof. Dr. Riedmiller bereits 5 Weltmeister- und 8 Europameistertitel im RoboCup sowie eine Vielzahl von Forschungspreisen. Die für lernende Maschinen anvisierten Einsatzgebiete sind jedoch ernsterer Natur. So ist ein Ziel der Wissenschaftler, Roboter zu entwickeln, die beispielsweise zur Unterstützung körperbehinderter Menschen eingesetzt werden können und sich durch Lernen auf individuelle Bedürfnisse einzustellen vermögen. Die der Programmierung von Maschinen durch die Informatiker um Prof. Dr. Riedmiller zugrunde liegende Idee ist die Funktion des Gehirns. Lernen oder Entscheidungsfindung beim Menschen findet durch neuronale Vernetzung im Gehirn statt. Zwar lösen sich die Freiburger Informatiker komplett von der Biologie, wenden jedoch das Grundprinzip der Vernetzung bei der Programmierung von Robotern an. Dabei erhält die Maschine die Möglichkeit, durch Versuch und Irrtum dazu zu lernen, indem sie aus erfolgreichen Versuchen selbstständig eine immer komplexere autonome Steuerung entwickelt. Weitere Anwendung finden diese lernenden Maschinen etwa in der Pneumatik oder Elektrotechnik, sind sie doch durch ihre Lernfähigkeit nicht auf einen stationären Einsatz – wie z.B. in der Autoindustrie - beschränkt, sondern können sich anwendungsabhängig frei im Raum bewegen. In einem Ausblick auf seine weiteren Forschungsziele gab Prof. Dr. Riedmiller der Hoffnung Ausdruck, dass jeder Aspekt der Intelligenz so präzise beschrieben werden könne, dass er von einer Maschine ausgeführt werden kann. Des Weiteren arbeitet das Freiburger Informatiker-Team des Lehrstuhls „Maschinelles Lernen“ an der wachsenden Autonomie des Lernens, also daran, dass den Robotern die Motivation zu aktivem Lernen auf der Grundlage der Erkenntnis des Nichtwissens einprogrammiert werden kann. Trotz der Komplexität des Forschungsgebiets vermochte Prof. Dr. Riedmiller die Schüler, Lehrer und Gäste der Ludwig-Erhard-Schule durch seinen faszinierenden Vortrag in seinen Bann zu ziehen. Er beendete seine Ausführungen mit der Einladung an mathematisch-physikalisch interessierte Schüler, ein Studium in seinem Forschungsbereich an der Universität Freiburg in Erwägung zu ziehen. Sein internationales Renommee beweist seine wissenschaftliche Tätigkeit an einer weltbekannten amerikanischen Hochschule sowie sein unmittelbar bevorstehender Forschungsaufenthalt an einer australischen Universität.

 
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