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Podiumsdiskussion zu Chancen und Gefahren neuer Medien

Der Elternbeiratsvorsitzende der Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen Christoph Guthörl lud im Nachgang zu der morgendlichen Präventionsveranstaltung für unsere Schüler abends zur Podiumsdiskussion mit Eltern ein. Thema des Abends war „Onlinestress mit Facebook, WhatsApp & Co. Digitale Welt – Chancen und Risiken“. Für das Podium stellten sich verschiedene Experten zur Verfügung, die beruflich bzw. präventiv mit den Chancen und Risiken der digitalen Welt zu tun haben: Dietmar Unterricker (Fachbereich Jugend des Landratsamts Sigmaringen), Kerstin Treß und Martin Klawitter (Präventionsdienststelle der Sigmaringer Polizei), Klaus Harter (Leiter der Suchtberatungsstelle Sigmaringen), Stephanie Maucher (Vertrauenslehrerin und Suchtpräventionsbeauftragte der Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen) sowie Lucia Biniecki (Schulsozialarbeiterin). Mitveranstaltet wurde der Abend von Klaus Reimann, Vorsitzender des Gesamtelternbeirats Sigmaringen.

Als Ziel der Veranstaltung benannte der Elternbeiratsvorsitzende Guthörl den entspannten Umgang der Eltern mit dem Medienkonsum ihrer Kinder. Eingangs stellte er Informationen bundesweiter und regionaler Medien sowie Studien vor, nach denen 80% aller Haushalte über Internetzugang und 100% über Mobiltelefone verfügen. Auch die Persönlichkeiten, die auf dem Podium saßen, stellten sich als bekennende Nutzer der neuen Medien vor, da diese einen großen Zuwachs bezüglich Bequemlichkeit und Informationsbeschaffung darstellen. Anhand einer Statistik wurde klar, was die Jugendlichen vorrangig über ihre Smartphones und Computer im Internet konsumieren: Sie hören Musik, telefonieren, nutzen WhatsApp zum Versenden von Short Messages und Fotos, sie bewegen sich in sozialen Netzwerken, um mit Freunden zu kommunizieren, sie schauen sich Filme auf YouTube an, laden Filme sowie Spiele herunter, bilden Gruppen von Gleichgesinnten und vieles mehr. Letztendlich, so Klaus Harter, Leiter der Suchtberatungsstelle, sind die Jugendlichen bei ihrer Mediennutzung ein Spiegelbild der Gesellschaft und auch ihrer Eltern: Sowohl der Besitz von z.B. Smartphones als auch die Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken und das Echo, das Jugendliche erhalten, wenn sie viele „Freunde“ und „gefällt mir“ sammeln, dienen ihrem Prestige. Insofern stellt die Beliebtheit von Smartphones und anderen teuren Mobiltelefonen oft nichts anderes dar als für manchen Erwachsenen die Selbstdarstellung durch Statussymbole, wie z.B. das Fahren von Premium-Automarken oder das Vorzeigen anderer kostspieliger Konsumgüter. Auch Kinder und Jugendliche unterliegen dem Gruppenzwang, dem sozialen Druck und den Regeln der Konsumgesellschaft. Daher ist es wichtig, dass Eltern bewusst eine Vorbildfunktion übernehmen. Wenn Kinder erleben, dass man alles haben muss, sind sie anfälliger für Gruppenzwang. Gleichzeitig, so erklärte Klaus Harter anhand der Erkenntnisse des Gehirnforschers Manfred Spitzer, bedeutet die Nutzung neuer Medien eine Erweiterung des Gehirns, indem Nutzer Aufgaben an das Internet abgeben, ja das Handy wird gleichsam sogar ein Teil des Gehirns, wenn wir beispielsweise das Handy als Navi, Notizblock, Terminkalender oder das Internet in all seinen vielfältigen Funktionen benutzen. Die Gewöhnung der Nutzer stellt sich dann ein, wenn Handys und Computer als praktischer Mehrwert erfahren werden. Dadurch wird die Medienbeschränkung oder -abstinenz, besonders wenn sie bei Jugendlichen durch Eltern erzwungen wird, förmlich als „Amputation“ von Teilen des Gehirns erfahren. Diese Erkenntnis erklärt, weshalb viele junge Menschen sich vehement dagegen wehren. Gefährlich werde es, so der Leiter der Suchtberatungsstelle, wenn der kritische Konsum und damit die Selbststeuerung einem Kontrollverlust weiche, der zuerst gar nicht wahrgenommen werde. Dies sei vergleichbar mit dem Naschen von Süßigkeiten, dem man nur schwer Einhalt gebieten könne. Sucht erkenne man daran, dass wichtige Lebensbereiche, wie die Schule oder Freunde, vernachlässigt würden. Da sich in der Pubertät neben den Gehirnmustern auch viele andere Persönlichkeitsmerkmale ändern würden, sei das Suchtverhalten Jugendlicher in Bezug auf Medien oft schwer zu erkennen. Vor allem sei dann Sensibilität gegenüber Verhaltensänderungen gefragt, jedoch könne nicht unbedingt von der Länge der Mediennutzung auf Sucht geschlossen werden. Suchtanfälligkeit sei vor allem dann gegeben, wenn Lebensbereiche, die als unbefriedigend erlebt würden, durch Suchtmittel, in diesem Fall durch Medienkonsum, kompensiert würden. Dagegen könnten Eltern Vorbildhaftigkeit und vertrauensvolle Familienbindungen setzen. Falls Eltern im Zweifel seien, ob ihre Kinder in die Sucht abgleiten würden, helfe der Gang zu Beratungsstellen, um den Rat von Experten einzuholen. Harter schlug aber auch vor, Kinder durchaus Spiele ausprobieren zu lassen, Zeitfenster zu vereinbaren, in denen die neuen Medien genutzt werden könnten, jedoch durchaus medienfreie Räume, wie z.B. Wohnzimmer und Esstisch durchzusetzen. Er riet dazu, die Kommunikation mit Jugendlichen aufrecht zu erhalten, sodass Jugendliche medienfreie Zeiten als positiv erleben würden, denn Suchtentwicklung hänge immer auch mit der Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kindern zusammen.

Alle Mitglieder des Podiums waren sich einig, dass die Nutzung neuer Medien heutzutage unumgänglich ist, dass aber die Nutzer immer auch der Steuerung durch die Medien unterworfen sind. Ein gewisses Risiko besteht immer, weshalb ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Medien unumgänglich ist. Dietmar Unterricker, auch Leiter der Jugendagentur ju-max, stellte fest, dass Jugendliche zunehmend vom Fernsehen als Medium abkommen, weil sie sich über die von den Fernsehsendern oder YouTube zur Verfügung gestellten Filme am Computer ihr eigenes Fernsehwunschprogramm zusammenstellen könnten. YouTube stelle gar Hallen zur Verfügung, in denen junge Leute ihre eigenen Filme drehen könnten. Daher fördert die Jumax seit Jahren die kreative Filmarbeit von Jugendlichen in der Medienakademie, die gelungene Filme seit 2005 bei einem Filmfest mit dem Moovie-Hirsch prämiert. Der ju-max ist der kreative Umgang mit Medien, das Gruppenerlebnis und die Erfahrung der Selbstverwirklichung wichtig. Ziel ist es, Medien positiv und als persönlichen Zugewinn zu nutzen. Dies betonte auch die Präventionsbeauftragte und Vertrauenslehrerin der Ludwig-Erhard-Schule Stephanie Maucher, als sie über den Einsatz von Tablet-PCs sprach. Diese werden als Versuch in einer 11. Klasse der Ludwig-Erhard-Schule im kommenden Schuljahr an Stelle von Schulbüchern und Schulheften eingeführt. Neuerungen können nicht aufgehalten werden und viele Schulbuchverlage stellen auf Online-Angebote um, anstatt neue Schulbücher zu drucken. Daneben besteht die Hoffnung, der Schule Kosten für neue Bücher einsparen zu können. Entscheidend sei, so Stephanie Maucher, die neuen Medien sinnvoll zu nutzen und Aufklärungsarbeit gegenüber den Gefahren zu betreiben. Denn Einigkeit herrschte auf dem Podium bzgl. der Tatsache, dass viele Kinder und Jugendliche den Gefahren des Internets erliegen, weil sie unwissend sind und dadurch zu Opfern werden – genau wie ihre Eltern. Daher zielt die Präventionsarbeit der Polizei, der ju-max sowie der Schulen auf Aufklärung. Dietmar Unterricker stellte z.B. das Konzept des Safer-Internet-Days vor, der jedes Jahr im Februar an Schulen stattfindet. Schulsozialarbeiterin Lucia Biniecki betonte die Wichtigkeit von Kenntnissen, wie PCs eingestellt werden müssen, damit ein Datenmissbrauch ausgeschlossen werden kann. Sie betonte aber auch, dass der kommunikative und emotionale Kontakt zwischen Eltern und Kindern aufrecht erhalten, aber auch Grenzen gesetzt und Regeln im Umgang mit den Medien aufgestellt werden müssen. Wo kann man sich als Eltern über die Gefahren von Missbrauch und Internet-Einstellungen informieren, die dem Datenmissbrauch Einhalt gebieten? Dazu empfahlen die Mitglieder des Podiums verschiedene Internetadressen, wie z.B. klicksafe.de und einschlägige Google-Foren, in denen man sich informieren kann, sowie eine Informationsbroschüre der Polizei. Die richtigen Computer-Einstellungen, die Jugendliche vor Unheil schützen, sind oft versteckt. Daher ist es unumgänglich, sich als Eltern genau zu informieren. Die Präventionsbeauftragte der Polizei Kerstin Treß machte sowohl auf die einschlägige Broschüre der Polizei als auch auf den Film „Verklickt“ aufmerksam, der vom Programm polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik herausgegeben wurde und für die Präventionsmaßnahmen von Schulen zur Verfügung steht. Die Kriminalbeamtin bietet aber auch Schul-Workshops für Schüler ab Klasse 5 an. Diese können von Eltern und Lehrern angefordert werden. Sie klärt Schüler und Eltern auf, wo Gefahren im Internet lauern und wie man ihnen begegnen kann. Kerstin Treß machte darauf aufmerksam, dass im Unterschied zu Facebook der Datenschutz in WhatsApp wegen der reduzierten Öffentlichkeit eher gegeben sei. Gleichzeitig berge dies jedoch auch die Gefahr in sich, dass die Abschottung in WhatsApp die polizeiliche Kontrolle von Straftaten erschwere. Facebook sei von den Betreibern ab 13 Jahren zur Benutzung freigegeben, WhatsApp erst ab 16 Jahren. Fakt sei jedoch, dass durch die Betreiber das Alter der Benutzer nicht kontrolliert werde, sondern die Mindestaltersangaben lediglich der gesetzlichen Absicherung der Betreiber diene. So könnten sich auch Jüngere ungehindert anmelden. Umso wichtiger ist die Aufklärungsarbeit, damit Kinder und Jugendliche nicht alle Daten freigeben. Kerstin Treß rät Eltern, darauf zu achten und auf ihre Kinder einzuwirken, dass die Persönlichkeitsrechte am eigenen Bild gewahrt werden. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass Bilder grundsätzlich nur mit der Erlaubnis des Fotografierten gemacht und verbreitet werden dürfen. Bis zum Alter von 12 Jahren entscheiden die Eltern über Fotos von ihren Kindern und bis zum 18. Lebensjahr ist das Fotografieren von Jugendlichen und die Verbreitung dieser Bilder nur in Absprache mit den Abgebildeten und deren Eltern möglich. Unerlaubte Bilder, so Kerstin Treß dürfen nicht veröffentlicht werden. Auf Zuwiderhandlung stehen Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr. Nebenbei bemerkt lassen sich hochgeladene Bilder im Netz nie wieder vollständig löschen.

Dietmar Unterricker von der ju-max lenkte auch den Blick auf Rechnungen, die Eltern in ihrem Briefkasten finden, wenn ihre Kinder sich z.B. auf kostenpflichtige Internet-Angebote einlassen. Er nannte als Beispiel das im Prinzip kostenlose Spiel „Clash of Clans“, einem Abenteuer- und Strategiespiel, bei dem virtuelle Welten erschaffen werden können. Zwar ist die App selbst kostenlos, doch finanziert sich das Spiel über sogenannte In-App-Käufe, indem Nutzer „Coins“ kaufen müssen, um Gegenstände zu finanzieren, die sie zum Aufbau ihrer virtuellen Welt brauchen. Die Rechnung kommt am Monatsende. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten Eltern niemals das für Käufe nötige Passwort und die Kreditkartennummer auf dem Computer speichern, sondern jedes Mal neu eingeben, wenn ihre Kinder erlaubte Käufe tätigen. So ist die elterliche Kontrolle sichergestellt.

Während des ganzen Abends konnten die Zuhörer ihre Sorgen an die Experten auf dem Podium richten und ihr Informationsbedürfnis stillen. Jedoch mussten Martin Klawitterund Kerstin Treß von der polizeilichen Präventionsdiensstelle am Ende der Veranstaltung für sich jeweils das Fazit ziehen, dass die Seite der Prävention gegen kriminelle Machenschaften im Netz zu kurz kam. Die Polizei beschäftigt sich mit den Gefahren für Internet-Nutzer bis hin zu Straftaten, wie z.B. der Verbreitung von Gewaltvideos oder Pornografie. Darauf konnte zeitlich bedingt leider nicht angemessen eingegangen werden. Umso wichtiger ist es für Schulen wie auch betroffene Eltern, Präventionsangebote zu nutzen und sich bei verdächtigen Vorfällen an die Polizei zu wenden.

 

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