Von der Datenerhebung zur Analyse: Schülerinnen und Schüler untersuchen den digitalen Zwilling eines Apfelgartens
Wie gesund ist der Apfelgarten von Beuron? Dieser Frage gingen Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen gemeinsam mit der Research Group for Earth Observation (rgeo) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie dem Naturschutzzentrum Obere Donau nach. Der Projekttag bildete den zweiten Teil einer langfristigen Lern- und Forschungsreihe zum Einsatz digitaler Geomedien in der Umweltbeobachtung. Bereits im ersten Projektmodul im vergangenen Jahr wurde die Streuobstwiese im Apfelgarten Beuron mithilfe einer Multispektraldrohne beflogen. Dabei entstanden hochauflösende Luftbilder, aus denen ein digitaler Zwilling des Untersuchungsgebiets erstellt wurde. Die damaligen Datenerhebungen sollten in späteren Kursen analysiert und ausgewertet werden.
Genau dieser Schritt stand nun im Mittelpunkt des zweiten Moduls. Nach einer Einführung & Wiederholung in die Grundlagen der Fernerkundung und Umweltbeobachtung kartierten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Bereiche des Apfelgartens direkt im Gelände mit Hilfe der App BLIF:Explorer. Dabei dokumentierten sie Baumvitalität, Bodenbedeckung sowie Auffälligkeiten wie Trockenschäden oder Schädlingsbefall und hielten ihre Beobachtungen digital fest. Im anschließenden Analyseblock wurden die eigenen Geländebeobachtungen mit den bereits vorhandenen Drohnenaufnahmen und Satellitendaten verglichen. Mithilfe von RGB-Bildern, Vegetationsindizes (NDVI) und automatisierten Klassifikationen untersuchten die Teilnehmenden, welche Informationen sich aus unterschiedlichen Datensätzen gewinnen lassen und wie zuverlässig sich der Gesundheitszustand von Vegetation aus der Luft beurteilen lässt. Besonders im Fokus stand dabei die Frage, wie sich Geländeerhebungen und Fernerkundungsdaten sinnvoll ergänzen. Die Schülerinnen und Schüler stellten fest, dass manche Informationen nur vor Ort erkennbar sind, während Drohnen- und Satellitendaten einen umfassenden räumlichen Überblick ermöglichen. Die zentrale Erkenntnis des Tages lautete daher: Erst die Kombination aus Gelände-, Drohnen- und Satellitendaten ermöglicht ein umfassendes Verständnis von Umweltprozessen.
Der Projekttag verdeutlichte eindrucksvoll, wie moderne Geotechnologien in Forschung, Umweltmonitoring und Naturschutz eingesetzt werden können. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in aktuelle geowissenschaftliche Methoden und Berufsfelder an der Schnittstelle von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Umweltforschung. Die Ergebnisse der Geländekartierung kann kostenfrei unter: https://ar.rgeo.de/blif/ abgerufen werden.
Kartierung des Apfelgartens Beuron mit der kostenfreien Fernerkundungssoftware BLIF (www.blif.de)





